FOTOGRAFIE

Christa Kastner

portraitfotografie

oft, wenn mir menschen begegnen, greife ich intuitiv zur kamera. es ist die situation, ihr umfeld, in dem sie sich gerade aufhalten... weiterlesen im menü "Blog"

oft, wenn mir menschen begegnen, greife ich intuitiv zur kamera. es ist die situation, ihr umfeld, in dem sie sich gerade aufhalten, irgendetwas machen. sie sind der auslöser für mein bildmotiv oder sie bewegen sich glücklicherweise zufällig in mein bildmotiv hinein. sie können von meiner fotokamera weit weg sein oder ganz nah. hinterher sage ich mir: du warst gerade da, toll. für mich sind die zufälle immer etwas schönes, weil sie in momenten des unerwarteten entstehen und so schöne schnappschüsse liefern. vor allem gewinnt die aussagekraft eines bildes für mich als fotografin, den mensch in seiner unbeobachteten und seiner gewohnten umgebung zu fotografieren. ob ich mich von einem schönen motiv habe leiten lassen oder ein zeitliches dokument erschaffen habe, weiss ich eigentlich erst einmal gar nicht so genau. um ein schönes motiv zu finden, braucht man nicht immer weit zu gehen. oft findet man die motive vor der eigenen haustür, im garten, beim nachbarn. da eben, wo menschen sich aufhalten, etwas tun. ein schönes motiv zu entdecken muss auch nicht heissen, dass es romantisch schön ist. es kann ebenso eine unwirtliche sonnenlose wie bedrückende umgebung sein, in der sich gerade ein mensch bewegt. der mensch steht im mittelpunkt und liefert dem motiv den eigentlichen sinn. ein gutes ausdrucksvolles foto kann auch in einem fotostudio entstehen. man kann in diesem fotoshooting mit licht und requisiten arbeiten. es ist, denke ich, eine persönliche geschmacksfrage, wie man arbeiten und fotografieren will. wenn ich mit der kamera durch die gegend ziehe, spielen technische raffinessen der kamera für mich keine rolle. wesentlich ist für mich, was ich sehe und was ich fotografiere. wichtig ist, welche botschaft ich mit meinem bild vermitteln will. die kreativität kann die technik nicht abnehmen. natürlich ziehe ich nicht immer gedankenlos durch die welt und mache bilder. es gibt bei aufträgen auch klare vorgaben: welche art von aufnahmen sollen gemacht werden? steht der mensch im mittelpunkt oder geht es um ein produkt, bei dem der mensch nur schmückendes beiwerk sein soll? ich kenne viele ecken, die ich persönlich als kulisse faszinierend finde. sei es eine marode baulandschaft oder ein schrottplatz aber auch ein sonnendurchfluteter herbstwald. dann fallen mir bildmotive ein und ich stelle mir charaktere vor, die ich vor dieser kulisse fotografiere. manchmal dauert es, dieses bild nach meinen vorstellungen umzusetzen. solch eine inszenierung muss vorbereitet und geplant werden. spezielle location, requisiten usw. oft ist ein fotoshooting dann nicht möglich, weil es an der zeit fehlt, die jahreszeit nicht passt oder das model nicht zur verfügung steht oder absagt. vieles bleibt dann auch im kopf. für mich gilt jedenfalls die devise, dass man, wenn man als fotograf/in erfolgreich sein will, die kreativität, die freude beim fotografieren immer im vordergrund stehen sollte.